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(Zusammenfassung)

Einführung

Einst waren es besonders die Naturliebhaber, Botanisten und Geologen, die zu Fuss das Tal besuchten, meistens über den Pas-de-Cheville her kommend.

Seit den Jahren 1960 kann das Tal befahren werden und das Postauto fährt regelmässig. Seitdem ist die Besucherzahl im Sommer sehr gestiegen.

Die wilde Schönheit des Tales, die Legenden und althergebrachten Geschichten, die diese Gegend umspinnen im Zusammenhang mit den Naturkatastrophen, der Roman von Ramuz, der geschützte Urwald mit dem Bergsee, all dies trägt dazu bei, dass das Publikum dieses Tal besonders gerne besucht, um sich selbst davon eine Idee zu machen und um die noch unberührte Natur zu bewundern.

Etwas Geschichte

Geschichtlich gesehen sind zwei grosse Felsstürze besonders wichtig für Derborence.

Am 23. September 1714 löste sich ein grosser Teil der Felswand unterhalb des Diableretsgletschers, am Ort genannt Derotchieu. Die Bruchstelle kann man heute noch sehr gut erkennen. Links von der Abbruchstelle ist ein Grossteil der Felsen liegen geblieben, der Rest hat sich weiter unten gegen das Pas-de-Cheville-Tal ausgebreitet und dann weiter unten gegen 1500 m ü. M. über eine Breite von 1800 m zwischen den Alphütten von Derborence und Godet einen Felsenkegel geformt. Der grösste Teil ist dort liegen geblieben, ein Teil davon ist jedoch bis in die Talenge auf 1100 m ü. M. abgerutscht auf einer Länge von insgesamt 5 km.

Die Höhe der Felsmasse zwischen Godet und Derborence wird auf ungefähr 100 m geschätzt.

Die Schäden waren sehr gross. Gemäss dem Pfarrer von Ardon, der zwei Tage nach dem Felsabsturz vor Ort war um den Teufel auszutreiben, wurden 55 Alphütten verschüttet und 14 Personen verloren ihr Leben. Nur 5 Personen überlebten.

Ein zweiter Felssturz war im Jahre 1749 an der gleichen Stelle. Die Felsbrocken wurden mehr gegen die rechte Seite geschleudert. So entstand dann der natürliche See von Derborence. Diesmal wurden 40 Alphütten verschüttet, jedoch keine Menschenleben, da die Hirten merkten, dass der Berg wieder bebte und sie konnten sich mitsamt ihren Herden rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Fauna – Flora

Das Tal von Derborence wird durch zwei verschiedene Klimas beeinflusst: der untere Teil des Tales durch dasjenige des mittleren Rhone-Tales, trocken und heiss und der obere Teil durch dasjenige des Unterwallis, feucht und fast atlantisch. Die feuchten Luftmassen kommen über den Pas-de-Cheville und die Diablerets-Kette.

Die Flora und die Wälder des Tales entsprechen diesen beiden Klimas. Ganz etwas Spezielles ist der Urwald von Derborence, den man am besten sieht, wenn man ihn von der Endstation der Poststrasse aus betrachtet. Er reicht bis zu den Spitzen von Verouet, einem Hang aus Kalk- und Kieselerde.

Im Jahre 1959 hat die Gemeinde von Conthey dieses Gebiet dem Heimatschutz verkauft, welcher es zum Naturschutzgebiet ernannt hat. Dank dieser Massnahme ist dieser einzigartige Schweizer Urwald total geschützt.

Die Tierwelt von Derborence ist besonders interessant, da seit 1911 eine Schutzzone eingerichtet wurde, die an diejenige des Waadtlandes grenzt. Auf einem Gebiet von über 152 km2 ist die Jagd verboten und die Tiere sind geschützt.

Im Tale von Derborence zählt man ungefähr 500 Gämsen, Rehe in den unteren Talteilen und Murmeltiere und Steinböcke in den Höhen. Auch Hasen und Steinmarder sind sehr verbreitet.

Was die Vogelwelt anbelangt ist besonders der Königsadler nennenswert (5 bis 6 Nestorte) sowie einer der grössten Nachtvögel, der Uhu. Ausserdem kann man auch Schneerebhühner, den Auerhahn sowie Dohlen und Krähen beobachten. Auch Nattern sind wie überall in der Bergwelt vorhanden, jedoch nur schwer zu beobachten.